Wenn ihr schon länger darüber nachdenkt, ein Shooting mit eurem Hund zu buchen, habt ihr euch wahrscheinlich auch schon bei ein paar Dingen beim Grübeln ertappt.

Meistens sind es gar nicht die großen Fragen, sondern kleine Entscheidungen, die sich unklar anfühlen, und deswegen zögert ihr das Ganze raus.

Hier sind die häufigsten Fehler, die ich immer wieder sehe, und was stattdessen wirklich hilft.

1. einen langen spaziergang direkt vor der session damit der hund "energie loswird"


Das ist wohl der Klassiker schlechthin.

Viele denken, ihr Hund müsste erst mal ordentlich müde gemacht werden, damit er dann brav stillsitzt. Was meistens passiert, ist genau das Gegenteil: Der Hund kommt völlig überdreht an, hechelt , Zunge hängt raus, und an Konzentration ist gar nicht mehr zu denken.


Was ihr stattdessen machen solltet:

Energie loswerden ist grundsätzlich gut, nur eben nicht direkt vorher. Macht den langen Spaziergang früher am Tag und dann etwa 30 Minuten vor der Shooting-Session noch eine kurze, entspannte Runde. So hat euer Hund noch ein bisschen Energie, aber springt nicht mehr komplett an die Decke.

Bringt außerdem Wasser und ein Handtuch mit, gerade an warmen Tagen. Solche Kleinigkeiten können einen Unterschied machen.

2. Zu viele "besondere" Leckerlis, die der Hund vorher noch nie hatte


Es kam schon vor, dass Leute mit brandneuen, super aufregenden Leckerlis aufgetaucht sind, in der Hoffnung, damit die Aufmerksamkeit ihres Hundes zu gewinnen. Manchmal klappt das, öfter ist der Hund aber entweder komplett vom neuen Geruch abgelenkt oder hat mittendrin plötzlich Bauchschmerzen.


Was ihr stattdessen machen solltet:

Bringt Leckerlis mit, die euer Hund schon kennt und wirklich liebt. Hochwertig, aber bewährt. Schneidet sie in kleine Stücke, damit ihr während der Session nicht ständig große Portionen verfüttert.

Ist euer Hund eher der Spieltyp, dann packt sein Lieblingsspielzeug ein, aber nicht gleich fünf verschiedene. Ein oder zwei reichen völlig. Und falls er regelrecht besessen von Ball oder Spielzeug ist: sagt mir vorher Bescheid, denn manche Hunde fixieren sich dann so sehr darauf, dass an alles andere gar nicht mehr zu denken ist. In dem Fall heben wir uns das Spielzeug lieber bis zum Schluss auf, falls wir es überhaupt brauchen.

Black and white Border Collie dog standing alert on stone steps in warm light.
A long-haired brown dachshund sitting elegantly against a warm golden yellow studio background.
Malinois dog lying between stone columns looking forward in a moody black and white photo.

3. zu lange warten, bis der hund schon sehr alt ist


"Ja, das müsste ich mal machen." "Nächstes Jahr." "Wenn es bei mir gerade etwas ruhiger ist." Und schwupps sind zehn Jahre vergangen.

Lasst euren Hund portraitieren, solange er in seiner Blüte ist, denn genau so wollt ihr euch später an ihn erinnern: an seine beste Zeit.

Natürlich portraitiere ich auch ältere, gebrechliche oder eingeschränkte Hunde. Aber je nachdem, wie stark sich das zeigt, kann das für den Hund ziemlich anstrengend und stressig werden, und die Motive sind dann natürlich auch begrenzt. Alte Hunde sitzen oder liegen meistens nur noch, Stehen geht bei vielen gar nicht mehr. Zunge hängt raus, Augen sind trüb. Ein solches Foto ist immer noch besser als gar keins, aber ihr solltet euch Fragen, ob ihr euren Hund wirklich so in Erinnerung behalten wollt.

Es kann auch sein, dass manche schönen Locations dann einfach nicht mehr drin sind, weil der Hund den Weg dorthin gar nicht mehr schafft.

4. die gewünschten Tricks/posen nicht vorher üben


Wenn ihr euch beim Durchblättern meines Portfolios (oder das eines anderen Hundefotografen) schon in ein Motiv verliebt habt und denkt: "DAS WILL ICH AUCH!" ist Enttäuschung vorprogrammiert, wenn ihr nicht bestimmte "Posen" vorher einübt. Viele Hunde sind erstaunlich untrainiert und beherrschen oft die Grundkommandos wie Sitz, Platz und Bleib nicht. Ein professioneller Fotograf kann auch damit umgehen und schöne Fotos werdet ihr trotzdem bekommen - aber eben vielleicht nicht die, die ihr euch vorgestellt habt. Außerdem werdet ihr wenig Varianz in den Fotos haben, die ihr dann bekommt.


Was ihr stattdessen tun solltet:

In meinem Blogbeitrag zu tollen Posen in der Hundefotografie habe ich euch ja schon ein paar Klassiker gezeigt. Es hilft enorm, wenn euer Hund Sitz, Platz und Bleib beherrscht. Kann er dann sogar noch mit den Pfötchen für ein paar Sekunden irgendwo draufstehen, umso besser.

Darüber hinaus gibt es natürlich jede Menge tolle Tricks, die die Fotos abwechslungsreicher machen: etwas im Maul halten, Pfötchen heben, Kopf ablegen.

Genau das solltet ihr in den Wochen vor dem Shooting nochmal verstärkt üben, wenn ihr es später auf einem Foto festgehalten haben wollt. Beachtet dabei: Hunde lernen ortsgebunden. Übt ihr einen Trick immer nur im Wohnzimmer, funktioniert er draußen unter Umständen gar nicht. Also übt ruhig auch mal an anderen Orten.

Und seht das Ganze nicht zu verbissen. Manche Hunde machen an genau dem einen Tag den Trick eben nicht, das ist völlig ok. Verbeißt euch da nicht rein, sonst stresst ihr euch und den Hund, und das wollen wir beide nicht. Ich werde euren Hund niemals in eine Pose zwingen, in der er sich nicht wohlfühlt.

Brown Border Collie dog resting on a log surrounded by green leaves and white flowers outdoors.

5. nicht darüber nachdenken, was ihr überhaupt mit den fotos machen wollt


Die meisten gehen mit dem Gedanken "ich will einfach ein paar schöne Fotos" in ein Shooting. Aber sie haben sich nie überlegt, wo diese Fotos später landen oder wie sie überhaupt davon etwas haben sollen.

Genau deswegen landen die Bilder am Ende meistens nur auf dem Handy oder der Festplatte. Ich lege bei meinen Kund:innen bewusst Wert auf greifbare Kunstwerke: eine Hero Wall Art an der Wand oder ein schönes Album auf dem Wohnzimmertisch. Ihr habt schließlich Geld für ein Shooting ausgegeben, warum sollten die Fotos dann nur auf der Festplatte verstauben? Würdet ihr mit euren Hochzeitsfotos oder den Portraits eurer Kinder genauso umgehen?


Was ihr stattdessen machen solltet:

Überlegt euch vor dem Shooting, wo ihr euren Hund am liebsten jeden Tag sehen würdet. An der Wand? Auf dem Schreibtisch? In einem Album zum Durchblättern?

Ihr müsst noch nicht alles im Detail festlegen, aber schon eine grobe Idee verändert, wie ihr an die Session herangeht und worauf wir uns bei den Bildern konzentrieren. Das hilft mir auch dabei, gezielt für dieses Kunstwerk zu fotografieren.

Macht euch auch Gedanken, welche Art von Fotos überhaupt zu eurem Zuhause passt. Ist euer Wohnzimmer in Grüntönen gehalten? Dann sollte auch eure Location beziehungsweise das Set dazu passen, denn ein Foto in Knalllila wirkt da vermutlich fehl am Platz (es sei denn, genau das wollt ihr). Hier berate ich euch als Hundefotografin natürlich gerne: welche Location, welcher Stil (Stadt, Natur, Studio) und welches Material (glänzendes Acryl, matte Leinwand, und so weiter) am besten zu eurem Zuhause passt.

Set of five black and white dachshund art prints in black frames displayed above a dark sofa in a modern living room.
Panoramic framed print of Labrador puppies sitting in snow, displayed above a beige sofa.
Framed collage canvas of a woman playing with her dog in autumn, hung above a white sofa.

6. Nicht mit auf`s Foto wollen


Viele gehen davon aus, sie kämen nicht auf die Fotos, weil das Shooting ja "für den Hund" ist. Oder sie sagen: "Ach, ich mag mich nicht auf Fotos" oder "Ich bin nicht so der fotogene Typ." Aber am Ende sind es genau diese Bilder, die am meisten hängen bleiben. Denn die meisten von uns haben unzählige Handyfotos vom eigenen Hund, aber kaum eins von sich selbst mit ihm zusammen.


Was ihr stattdessen machen solltet:

Ihr müsst das nicht groß planen oder euch den Kopf zerbrechen. Seid einfach offen dafür, mal mit reinzugehen, wenn es sich richtig anfühlt. Ich fange gerne die eher ungestellten Momente ein, die die Bindung zwischen euch beiden zeigen.

Es gibt übrigens viele tolle Wege, euch indirekt mit aufs Bild zu holen. Es muss nicht euer Gesicht oder eine Ganzkörperaufnahme sein, wenn euch das unangenehm ist.

Aber ein gutes (!) Bild mit eurem geliebten Hund zusammen: DAS ist doch was, was ihr a) nicht gut selbst hinbekommt (es sei denn ihr habt ein ausgeklügeltes Selfie-System mit dem Handy erfunden) und b) das, was in Zukunft einen bleibenden Wert haben wird.

A man kneels face-to-face with his Shiba Inu dog standing on hind legs in a lavender field at sunset.
A white fluffy Bichon Frise rests on the shoulder of a person in a red sweater against a golden autumn bokeh background.
A human hand gently holds a white dog paw in a warm bokeh background.

fazit:


Der meiste Stress vor einem Shooting entsteht dadurch, dass Leute zu viel wollen.

Ihr müsst euren Hund nicht auspowern. Ihr müsst nichts perfekt einstudieren. Ihr braucht nur ein paar wenige Dinge, die richtig gemacht werden.


Wenn ihr bisher gezögert habt, weil ihr auf den "perfekten" Moment gewartet habt: der war wahrscheinlich schon gestern. ;-)


Wenn ihr wollt, meldet euch gerne, dann gehe ich mit euch durch, wie das für euch und euren Hund konkret aussehen könnte. Ganz unverbindlich, einfach ein lockeres Gespräch, damit ich euren Hund und eure Vorstellungen für die Session kennenlerne..