Viele Hundebesitzer kennen es: "Immer, wenn ich meinen Hund fotografieren will, schaut er weg!" oder: "Mein Hund bleibt keine Sekunde still sitzen, er lässt sich einfach nicht fotografieren!"

Fear not! Wir professionellen Hundefotografen haben so eine Tricks und Tipps auf Lager. Durch jahreange Erfahrung in der Arbeit mit Hunden kann man außerdem ihre Körpersprache besser deuten und entsprechend handeln.


Die Bedeutung von Augenkontakt


Euer Hund schaut weg, sobald ihr das Smartphone hebt? Kein Wunder - der Augenkontakt geht ja auch verloren und schon seid ihr uninteressant! Ihr müsst also entweder doch irgendwie gleichzeitig übers Handy schielen und das Foto aufnehmen können oder euch googly eyes aufs Smartphone kleben - oder ihr bucht einfach bei einem professionellen Hundefotografen ein Shooting, der bekommt es hin, dass ihr ein Bild bekommt, wo der Hund in die Kamera schaut ;-)


Eingewöhnung an die Kamera/Studio Equipment


Manche Hunde finden das Klicken einer Kamera unheimlich. Ich nehme mir Zeit für ein kleines Warm up, in dem der Hund jetzt noch nichts besonders schwieriges tun muss, aber erstmal lernt, dass die Geräusche nicht bedrohlich sind. Im Studio wird der Hund auch immer erst an das Geräusch der Studioblitze gewöhnt (das Licht ist in den seltensten Fällen ein Problem).

Outdoor Aufnahme eines Labrador Welpen im Winter

Umgang mit dem Hund/Energie


Am Anfang, beim Kennenlernen, versuche ich für den Hund uninteressant zu sein. Ich jazze den nicht hoch mit hoher Stimme "na wer bist DU DENN?"


Ich will seine Aufmerksamkeit dann, wenn es wichtig ist! Später im Verlauf mache ich mich dann interessanter durch Geräusche oder Bewegungen.


Ein weiteres "Hindernis", auf das auch ich stoße, wenn ich meinen eigenen Hund fotografiere: Den Hund "anleiten"/positionieren und gleichzeitig fotografieren, am besten, wenn man noch ein paar Schritte zurückgehen muss, ist ziemlich stressig und frustrierend. In den 2 Sekunden, wo man wieder an seine Shooting-Position zurückgegangen ist, hat der Hund die Pose aufgelöst... Dann bin ich genervt. Dann ist der Hund genervt. Dann bin ich genervt, weil der Hund genervt ist... Schon kann man´s vergessen. Hund merken, wenn wir frustriert und genervt sind und das sieht man auch auf den Fotos.


Bei einem professionellen Shooting könnt ihr der "Dompteur" sein und der Fotograf macht die Fotos. So kannst du auch näher an deinem Hund dranbleiben, wenn er Schwierigkeiten hat, Posen oder Tricks aus der Distanz zu machen. Wenn er sehr hibbelig ist, kann man ihn auch an der Leine halten und in Position bringen, während der Fotograf 3m weiter seine Fotos macht. Dadurch werdet ihr selbst viel entspannter und der Hund auch. Man wird es auf den Bildern sehen.




Hunde, die nicht lange still sitzen können


Glaubt mir, das ist sogar die große Mehrheit der Hunde. Der Labrador auf dem unteren Bild wollte überall sein, außer da, wo er sein sollte: unter den aufgebauten Studio-Lichtern. Also haben wir es einfach interessant gemacht und den Ball rausgeholt. Schon wollte er nirgendwo anders sein. Er will nicht stillhalten? Na dann hält er eben nicht still!

Studiofotografie eines schwarzen Hundes auf schwarzem Hintergrund

Hochwertige Leckerlies


Manchmal ist alles auch nur eine Frage der richtigen Belohnung. Wir alle arbeiten nicht umsonst und für manche Jobs wollen auch wir ein bisschen mehr ;-) Für ein Fotoshooting darf es also auch gerne Käse, Hühnerbrust, Würstchen usw. sein, was es vielleicht nicht jeden Tag gibt oder wo der Hund schon weiß, dass das eine hochwertige Belohnung ist. Bei meinem Hund ist das Leberwurstcreme. Die gibt es sonst nur für einen erfolgreichen Rückruf, weil das seine größte Baustelle ist (Shiba halt...). Findet also heraus, was das Crack für euren Hund ist und bringt es zum Fotoshooting mit. Dann kann man sich auch langsam steigern, wenn man merkt, die normalen Leckerlies bringens nicht.

Studio Portrait eines Hundes der ein Leckerlie fängt

Lustige Geräusche im Repertoire eines jeden Hundefotografen


Wir Hundefotografen sind wahre Stimmakrobaten. Von extrem hoch bis sehr tief, verschiedenste Bell-Laute, sinnlose Aneinanderreihung von Trigger-Worten - wir haben das alles drauf und was noch viel wichtiger ist: wir schämen uns nicht, dieses Repertoire in aller Öffentlichkeit abzurufen :D

Ja, man muss sich vor Hunden manchmal komplett zum Affen machen, um ihre Aufmerksamkeit zu bekommen, aber dafür werden wir ja bezahlt, also ist es ok :D

Portrait eines Hundes im Studio auf schwarzem Hintergrund