Berlin ist eine spannende Stadt für urbane Hundefotografie: Vielseitig und voller Kontraste. Alte Fabrikgebäude, Glasfassaden, große Skulpturen im öffentlichen Raum, schlichte Betonarchitektur, aber auch schön strukturierter Sandstein: Die Stadt liefert Kulissen, die kein Studio nachbauen kann.
Als Hundefotografin in Berlin arbeite ich seit Jahren in und mit diesen Locations und weiß genau, wo das Licht stimmt, welche Spots sich für welche Hunde eignen und wie man aus einer grauen Berliner Betonwand ein Bild macht, das an der Wand hängen kann.
In diesem Artikel zeige ich dir meine persönlichen Favoriten und was jede Location besonders macht.
Rund um den Potsdamer Platz
Der Potsdamer Platz ist nicht die offensichtlichste Wahl für ein Hundeshooting, und genau das macht ihn interessant. Wer hier fotografiert, muss wissen, wie man mit der Umgebung arbeitet statt gegen sie, aber wer das kann, bekommt Bilder, die in keiner anderen Ecke Berlins so entstehen würden. Rund um den Potsdamer Platz gibt es so viele interessante Shooting Locations und vor allem auch einige versteckte Ecken oder nicht so offensichtliche Locations. Am besten kommt man hier morgens hin, bevor die ganzen Touristen da sind. Das heißt, dass Shootings im Winter, wenn die Sonne erst nach 8 Uhr aufgeht, fast schon nicht mehr richtig gehen, zumal es da auch genug Bürogebäude und Arbeitsplätze gibt, d.h. dass da einfach auch viele Leute langkommen, die einfach auf dem Weg zur Arbeit sind. Wenn man sich aber die Mühe macht, früh aufzustehen um die Location quasi menschenleer vorzufinden, wird man mit so vielen abwechslungsreichen Fotos nach Hause gehen.
Regierungsviertel und futurium
Hier ist die beste Shootingzeit im Winter, wenn weniger Touristen in der Stadt sind. Diese Location ist allerdings niemals leer, es gibt immer Jogger, Fahrradfahrer und andere Hunde. Das heißt, sie eignet sich nur für stadtsichere Hunde, die sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen lassen.
Die Gegend ist unglaublich vielseitig und ich könnte da immer 6 Stunden shooten, aber die Hunde machen meistens nicht so lange mit :D
Zu jeder Tageszeit gibt es dort ganz fantastische Motive und Backdrops, die ihren Weg ins Bild finden können. Selbst Mittags könnte ich da shooten, wobei es hier aufgrund der harten Lichtkontraste dann eher schwarz-weiß in Richtung Urban/Street Fotografie geht.
Tempelhofer HafEN
Der Tempelhofer Hafen ein ehemaliges Hafenareal, das sich in ein modernes Wohnquartier verwandelt hat und dabei genug von seiner ursprünglichen Struktur behalten hat, um fotografisch wirklich interessant zu sein. Was die Location besonders macht, sind die Kontraste. Alte Kaimauern und Hafenbecken treffen auf moderne Architektur. Diese Location nutze ich ausschließlich von November bis März denn sonst ist es dort sehr voll und auch öfter mal alles voller Scherben.
In den Wintermonaten ist es dort aber schön ruhig, wenn auch niemals menschenleer. Aber es ist immer genug Platz, sich gegenseitig aus dem Weg zu gehen.
Das Areal bietet viele schön abwechslungsreiche Motive in Richtung Industrial Look, sodass ihr mit vielen unterschiedlichen Fotos nach Hause geht.
GENDarmenmarkt
Nach langer Bauzeit, in der der Gendarmenmarkt mehr oder weniger gesperrt (bzw einfach durch die Bauzäune sehr unzugänglich) war, wurde er im März 2025 endlich wiedereröffnet. Wenn man früh genug kommt, eignet er sich eigentlich die ganze Jahreszeit über. Im Winter muss man ein bisschen schauen, dass es nicht geschneit hat und somit gestreut wurde, denn sonst hat man das ganze Streusalz (ja ich weiß, ist kein echtes Salz), auf den Fotos.
Ich nutze den Gendarmenmarkt gerne für (schwarz-weiß) Fine Art Fotografie.
Die vielen Säulen & Treppen und die klassizistische Sandsteinarchitektur bieten einfach einen fantastischen Backdrop für Fine Art Hundefotografie.
Museumspark rüdersdorf
Zählt das noch zu Berlin? :D Eigentlich offiziell nicht (Landkreis MOL), aber ich nehme den Museumspark Rüdersdorf hier in diese Liste trotzdem mal mit auf, weil er wirklich nur einen Steinwurf entfernt von der Stadtgrenze ist. Unter Hundefotografen längst kein Geheimtipp mehr, aber einfach eine fanastische vielseitige Lost Place bzw. Industrial-Location, die sich sowohl für kleine als auch große Hunde gleichermaßen eignet. Besonders bei größeren, kräftigen Rassen entfaltet die Industriekulisse ihre volle Wirkung, aber auch zierlichere Hunde profitieren vom Kontrast zwischen der rauen Umgebung und ihrer eigenen Erscheinung. Wenn man nicht unbedingt am Wochenende hingeht ist es auch nicht so voll. Leider mit den Öffentlichen nur so semi-gut zu erreichen (geht halt irgendwie schon, aber mit Auto ist besser). Das Gelände ist sehr weitläufig und bietet an sooo vielen Ecken ganz unterschiedliche Fotomöglichkeiten.
Rund um den Kolonnadenhof
Die Gegend rund um die Museumsinsel gehört zu meinen absoluten Lieblingslocations in Berlin. Auf vergleichsweise engem Raum findet man hier eine Vielfalt an Kulissen, die kaum eine andere Ecke der Stadt bietet.
Der Kolonnadenhof besticht durch seine klare, symmetrische Architektur und die langen Säulengänge, die fast schon mediterran wirken. Das Licht fällt hier je nach Tageszeit sehr unterschiedlich und schafft starke Kontraste zwischen Licht und Schatten. Für Hundeportraits bedeutet das: klare Linien im Hintergrund, die den Hund in den Vordergrund rücken, ohne abzulenken.
Die James-Simon-Galerie direkt daneben bietet mit ihrer modernen Architektur aus hellem Stein einen schönen Kontrast zum historischen Umfeld. Die großen Freitreppen und langen Fassadenlinien eignen sich hervorragend als Hintergrund für ruhige, elegante Portraits.
Auch der Berliner Dom und das Alte Museum warten mit Treppen und Säulen auf, mit denen man als Fotograf ganz wunderbar arbeiten kann.
Ein praktischer Hinweis aus eigener Erfahrung: Früh morgens ist die Gegend noch ruhig, das Licht ist weich und die Flächen sind frei. Wer mittags kommt, kämpft mit Touristengruppen und hartem Mittagslicht.