Ich sag jetzt mal das, was in meiner Branche keiner gern ausspricht: Ein professionelles Hundeportrait ist ein völlig überflüssiger Luxus.


Ihr braucht das nicht. Eurem Hund passiert nichts, wenn ihr nie ein Shooting bucht, und ihr werdet es auch überleben. Das Dach über dem Kopf ist wichtiger, die Altersvorsorge sowieso, und vermutlich noch eine ganze Reihe anderer Dinge. Trotzdem lest ihr gerade einen Blogartikel darüber, wie ihr euren Hund professionell fotografieren lassen könnt. Also reden wir darüber ;-)



Das Märchen vom "vernünftigen Luxus"


Sobald wir etwas wollen, das sich nach Gönnung anfühlt, fangen wir an zu rechnen, bis es vernünftig aussieht. "Es ist ja eine Investition" (in was eigentlich genau?). "Es hält ein Leben lang" (ein Esstisch auch, aber für den Kauf musste ich mich noch nie vor jemandem rechtfertigen). "Es ist wie/besser als Therapie" (ist es nicht).


Ich hab jede Variante davon schon gehört. Manche stimmen sogar: Ein gut gemachtes Wandbild hält Jahrzehnte, und ein professionelles Hundeportrait hat mit einem Handyfoto wirklich wenig zu tun. Trotzdem geht das alles am Kern vorbei, denn ihr wollt es einfach haben; und etwas Schönes zu wollen muss man vor niemandem verteidigen.


Wir haben uns angewöhnt, Freude vor anderen rechtfertigen zu müssen


Irgendwann hat “ich will das und es macht mich glücklich” als Grund aufgehört zu reichen, sobald es um echtes Geld geht. Besonders dann, wenn die Sache als weich, sentimental oder, Gott bewahre, als irgendwas mit Tieren gilt.


Gebt ihr 3.000 € für eine Uhr aus, nickt jeder anerkennend. Gebt ihr 3.000 € für ein Portrait-Shooting mit eurem Hund aus, schuldet ihr plötzlich allen eine Erklärung. Tut ihr nicht. Ihr seid erwachsen, habt einen Job, ein eigenes Bankkonto und einen ganz bestimmten Hund, der euer Leben auf eine Art besser macht, die in keine Excel-Tabelle passt. Dass Menschen, die euch nie getroffen haben, eure Liebe zu eurem Hund nicht für eine ernsthafte Finanzpriorität halten, ist nicht euer Problem. Luxus gibt es genau für solche Dinge: das Unvernünftige, das Emotionale, das “ich wollte es unbedingt und bin froh, dass ich es gemacht habe”.


Was euch diese unvernunft ohne alle Rechtfertigungen bringt:


Ihr verbringt ein paar Stunden draußen (oder im Studio) mit eurem Hund und macht Dinge, die er liebt. Ich sorge dafür, dass das Ganze entspannt und lustig bleibt, denn ich liebe Hunde und weiß, wie man sie fotografiert. Euer Hund ist in seinem Element, und ihr seid zur Abwechslung mal nicht mit dem Gesicht hinter dem Handy, sondern erlebt den Moment einfach mit. Vielleicht seid ihr ja auch mit eurem Hund gemeinsam auf den Bildern? Mit beiden Händen!


Ein paar Wochen später kommt etwas bei euch an, das aussieht wie euer Hund. Es ist kein Ergebnis, das ein Algorithmus für richtig belichtet hielt, und auch kein verwackelter Schnappschuss. Man sieht den schiefen Kopf, den weichen Blick, wenn er glücklich ist, genau das, was ihr jeden Tag seht und nie vergessen oder verlieren wollt.


Das Bild hängt dann an der Wand oder auf dem Regal und sorgt an einem beliebigen Dienstag, an dem alles nervt, dafür, dass ihr kurz grinsen müsst. Es verzinst sich nicht und steigert auch den Wert eurer Immobilie nicht. Es sorgt nur dafür, dass sich euer Zuhause mehr nach euch anfühlt. Wenn das "verschwenderisch" ist, dann ist das eben so!




Framed canyon photo of a Shiba Inu on red rock hanging on a burgundy wall above a wooden desk with a brass lamp, books, and dried branches.

Wofür wir sonst so Geld ausgeben, ohne mit der Wimper zu zucken


Machen wir mal eine kurze Inventur, nur zum Spaß. Die Streamingdienste, von denen ihr vergessen habt, dass ihr sie abonniert habt. Das Fitnessstudio, das ihr als guten Vorsatz fürs neue Jahr abgeschlossen habt aber nach 2 Wochen nicht mehr hingegangen seid. Das Küchengerät, das im Schrank wohnt (Airfryer anyone ? :D). Konzertkarten, das schöne Essen, der Wochenendtrip, der toll war, an den ihr euch aber kaum noch erinnern könnt. Und das Shirt, das man gekauft hat, weils im Angebot war, obwohl es nicht die Farbe (oder Größe) hat, die man eigentlich wollte.


Nichts davon ist verkehrt, denn das Leben ist kurz, und Geld für Dinge auszugeben, die es schöner machen, ist völlig in Ordnung. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass “Luxus-Hundeportrait” extravaganter klingt, als es im Vergleich zu all dem ist, was spätestens am nächsten Morgen weg ist. Ein gutes Portrait verschwindet nicht und läuft nicht ab. Der Hund darauf, in seiner besten Zeit und genau so, wie er ist, bleibt dagegen leider nicht ewig so.



Ihr dürft schöne Dinge wollen


Ich könnte auch den Beitrag schreiben, der euch einredet, Luxus-Hundeportraits seien eigentlich ganz praktisch, heimlich vernünftig und eine kluge Verwendung eurer finanziellen Mittel. Ich könnte sagen, es sei ein "Investment", dessen Wert steigt, aber ich sag euch lieber die Wahrheit: Es ist eine wunderschöne Extravaganz, und Extravaganzen gehören zu einem guten Leben. #yolo


Fazit


Falls ihr auf die Erlaubnis gewartet habt, echtes Geld für etwas auszugeben, bei dem es im Kern nur um Liebe geht: Hier ist sie. Ihr braucht keinen besseren Grund als den, dass euer Hund es euch wert ist und ihr das Portrait lieber an der Wand habt, als keins zu haben.

Bereit, aus deinem Hund endlich ein Kunstwerk zu machen?


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Framed portrait of a brown and white Springer Spaniel puppy sitting on a wooden crate with a dark brown background.